Staatliches Berufliches Schulzentrum
Sulzbach-Rosenberg

Fachbereich Sozialkunde

Harald Sieber

Fachbetreuer StD Harald Sieber


Leitgedanken zum Lehrplan Sozialkunde für Berufsschulen und Berufsfachschulen

„Demokratien sind nur lebensfähig, wenn sie von ihren Bürgern verstanden werden.“ (G. Sartori) – „Der demokratische Rechtsstaat lebt vom mündigen Mitdenken und Mittun seiner Bürgerinnen und Bürger und ihrer Bereitschaft, sich selbst- und sozialverantwortlich ein Urteil zu bilden, …Regeln und Werte zu respektieren und sich für sie zu engagieren.“ („Münchner Manifest“ vom 26. Mai 1997)

Der Sozialkundeunterricht in der Berufsschule und Berufsfachschule dient einer politischen Bildung in diesem Sinn. Er hilft den Schülerinnen und Schülern auf ihrem Weg zur Orientierung in Gesellschaft und Staat und motiviert sie zur aktiven Teilhabe. Sie sollen die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland in ihren wesentlichen Einrichtungen, Strukturen und Grundprinzipien kennen lernen und die öffentlichen Institutionen in ihrer Funktionsweise verstehen.

Sozialkundeunterricht darf nicht auf der Ebene reiner Wissensvermittlung stehen bleiben. Er soll den Schülerinnen und Schülern die Fähigkeit zu verantwortlicher und wertgebundener Entscheidung vermitteln. Sie sollen lernen, ihre eigenen Standpunkte rational und nachvollziehbar zu begründen.

In der Auseinandersetzung mit gegensätzlichen Meinungen lernen die Schülerinnen und Schüler, Konflikte und Kontroversen als Wesensmerkmale einer freiheitlich-pluralistischen Gesellschaft zu akzeptieren. Der Unterricht bietet ein breites Meinungsspektrum und fordert zur eigenen Meinungsbildung heraus.

Der beruflichen und privaten Lebenssituation, den Vorerfahrungen und den Interessen im späteren Jugendalter entsprechend, richtet der Lehrplan den Blick bewusst auf Lerngebiete, die den Schülerinnen und Schülern eigene Handlungsperspektiven eröffnen: Arbeit und Beruf, soziale Sicherung, soziale Beziehungen, Medien, Kirche, Kultur, Politik in der Gemeinde, Umweltschutz. Dies soll ihr politisches Interesse wecken und die Bereitschaft zum Engagement anbahnen. Sie entdecken Mitwirkungsmöglichkeiten und entwickeln ein Bewusstsein ihrer Rolle als Bürger einer modernen Gesellschaft. In der Mitwirkung an der Gestaltung von Unterricht und Schulleben üben sie demokratische Verhaltensweisen ein, entwickeln ein Bewusstsein ihrer Mitverantwortung und gewinnen Interesse, sich an öffentlichen Angelegenheiten zu beteiligen.

Ein Sozialkundeunterricht, der die Schülerinnen und Schüler zukunftsfähig machen will, muss den Blick auf die großen gesellschaftlichen und politischen Veränderungen und Herausforderungen unserer Zeit richten: Veränderungen der Arbeitswelt und der Bevölkerungsentwicklung, soziale Gerechtigkeit, Umweltzerstörung, Globalisierung, Verletzung der Menschenrechte und
Bedrohung des Weltfriedens durch Extremismus, Terrorismus und Unterentwicklung. Diese Problemfelder sollen als Aufforderung zur Suche nach Lösungen im Sinne einer menschenwürdigen Daseinsbewältigung verstanden werden.


Übersicht über das Fach und die Lerngebiete

Jahrgangsstufe 10
10.1 Ausbildung und Beruf
10.2 Arbeitswelt im Wandel
10.3 Soziale Sicherung
10.4 Recht
10.5 Soziale Beziehungen


Jahrgangsstufe 11
11 Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland
11.1 Staatsziele und Staatsordnung
11.2 Der politische Entscheidungsprozess
11.3 Repräsentation und Wahl
11.4 Politik und Partizipation
11.5 Deutschland in Europa

Jahrgangsstufe 12
12.1 Wirtschaft und Wirtschaftspolitik
12.2 Lebens- und Zukunftssicherung durch ökologisch nachhaltige Entwicklung
12.3 Internationale Beziehungen

Europa-Projekt

Auch im abgelaufenen Schuljahr fand am Beruflichen Schulzentrum Sulzbach-Rosenberg untzer der Leitung von StD Harald Sieber und FL Annemarie Maier ein großes, fachübergreifebndes Europa-Projekt statt. Dabei dient bereits seit 6 Jahren die Europawand im Pausenbereich der Berufsschule als Ort für die jeweilige Abschlussveranstaltung im Zusammenhang mit unserer europäischen Heimat.

Heuer stand das EU-Mitgliedsland Ungarn im Fokus der Projektarbeit. Dabei präsentierten zunächst die Auszubildenden der Klassen WAF 11A und WAF 11B auf zahlreichen Schautafeln Wissenswertes zu politischem System, Geschichte, Kultur und Bräuchen, Geograhie und Sehenswürdighkeiten sowie zu Sozialsystem und Sport in dem osteuropäischen Land.

Die Schülerinnen und Schüler aus der Klasse EV 10 entführten die Zuhörer anschließend in die Welt der ungarischen Gaumenfreuden, liebevoll und attraktiv hergerichtet. Gulyás (original ungarische Gulaschsuppe), Sajtos pogácsa (Käse-Pogatschen) und Bejgli (Mohn-/Nuss-Schnecken) wurden im Handumdrehen von den begeisterten Auszubildenden und ihren Gästen verzehrt.

Gratulation an alle Beteiligten: Eine rundum gelungene und zudem äußerst informative und schmackhafte Veranstaltung!